Die Feuerwehr sind wir

  
 - 20.03.2009 -

Wenn die Katze sich aufs Dach verirrt, ein Baum die Strasse versperrt oder Wasser den Hauskeller überschwemmt, kommt die Feuerwehr. Und natürlich auch, wenn es brennt. Selbstverständlich ist das nicht. Feuerwehrleute sind bei uns Freiwillige, ein knappes Gut.

Seit 1995 betreiben Männedorf und Uetikon gemeinsam eine Feuerwehr. Eine Feuerwehr pro 15‘000 Einwohner ist mit vernünftigem Aufwand zu betreiben. Sechs Fahrzeuge stehen im Depot Männdorf, drei sind in Uetikon stationiert. Hinzu kommen ein Fahrzeug für die Logistik und drei Anhänger, Löschmaterial, Einsatzkleidung und die Infrastruktur mit Computer, Drucker, Faxgerät, Funk und Telefon.

Zurzeit engagieren sich gut 80 Freiwillige, darunter fünf Frauen, in der Feuerwehr Männedorf – Uetikon. Damit werden die Vorgaben der kantonalen Feuerwehr erfüllt. Vor allem für Einsätze am Tag sind die Einsatzkräfte jedoch knapp. In Uetikon sind es in erster Linie die örtlichen Gewerbetreibenden, die sich bei der Feuerwehr engagieren und es in Kauf nehmen, zwischendurch von der Arbeit weg zu einem Einsatz gerufen zu werden. Rund 100 Einsätze sind es durchschnittlich pro Jahr. Drei Viertel davon können mit drei oder vier Mann pro Einsatz bewältigt werden. Nicht jeder der Einsatzkräfte rückt also jedes Mal aus. Dennoch erfordert die ständige Bereitschaft ein gewisses Mass an Einschränkung und Verpflichtung.

Lernstoff fürs Leben
Helden à la „Rambo“ sind nicht gefragt bei der Feuerwehr, aber Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren, die sich für den Dienst an der Allgemeinheit einsetzen. Als Gegenleistung erhalten sie einen bescheidenen Sold pro Einsatz und eine Pauschale von 300 Franken pro Jahr. Und einiges an praktischem Wissen, das auch im Alltag nützlich ist. Während jährlich rund dreissig Übungsstunden wird geübt und ausgebildet. Man lernt einen Verband anlegen, eignet sich handwerkliches Know – how an, übt sich in Erster Hilfe und lernt die Handhabung einer Motorsäge. Wer zur Feuerlöschtruppe gehört, trainiert zudem den Umgang mit Atemschutz, Wasserschlauch und Feuerlöscher und erhält darüber hinaus alle fünf Jahre eine kostenlose Gesundheitskontrolle beim Arzt.

Kameradschaft auf Dauer
Nicht zuletzt erfahren die Mitglieder der Feuerwehr, was Kameradschaft bedeutet. Die gemeinsamen Einsätze schweissen zusammen. Zusammen durchlebte Gefahren geben Kitt, der auch ausserhalb der Feuerwehr hält. Das ist für viele Feuerwehrleute mit ein Grund, weshalb sie über viele Jahre dabei bleiben. Die Feuerwehrbeiz an der Chilbi in Männedorf und Uetikon, das Feuerwehr – Hockey – Team, Feuerwehr – Ausflüge und fröhliche Abende im Anschluss an die Übungen lassen das Feuer im Herzen brennen. Alle anderen Feuer treten hoffentlich nie ein, und wenn, dann sind hoffentlich genügend Feuerwehrleute da, die helfen. Die Feuerwehr sind wir!

- Bericht aus dem Uetiker Blickpunkt, von Heidi Mühlemann -